Dr. David Nink, Associate bei Noerr

"Als Anwalt kann ich Pro­jekte aktiv mit­ge­stalten"

Lesedauer: 5 Minuten

David Nink ist Associate in der Praxisgruppe "Digital Business" bei Noerr in Frankfurt. Im Interview erzählt er von seiner Arbeit im IT- und Datenschutzrecht und verrät, was ihn am Anwaltsberuf besonders fasziniert. 

Herr Dr. Nink, Sie sind Teil des Teams "Digital Business" bei Noerr in Frankfurt. Womit beschäftigen Sie und Ihr Team sich denn genau? 

Wir beraten Unternehmen bei Digitalisierungsprojekten und -prozessen. Das kann zum Beispiel die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle oder Apps betreffen, aber auch den Bereich E-Commerce oder KI-Nutzung bis hin zum Software-Lizenzrecht. Ganz grob eingeteilt besteht unsere Arbeit dabei aus zwei Schwerpunkten: dem Datenschutzrecht und dem IT-Vertragsrecht. Wir beraten Unternehmen beispielsweise beim Outsourcing ihrer IT und helfen dabei, die Verträge zu verhandeln und zu gestalten. 

Was fasziniert Sie am Beruf des Anwalts? 

Mich faszinieren vor allem die Vielseitigkeit und die Vielschichtigkeit des Anwaltsberufs. Bevor ich Anwalt wurde, war ich drei Jahre lang im Wissenschaftsbetrieb, also eher beschreibend und analysierend tätig. Als Anwalt hingegen kann ich die Projekte, an denen ich arbeite, beeinflussen und aktiv mitgestalten. Außerdem finde ich es toll, dass man als Anwalt thematisch sehr frei ist und sich die passende Nische suchen kann, in der man gerne arbeiten möchte.   

Warum haben Sie sich für Noerr entschieden? 

Eigentlich war das eine Bauchentscheidung. Nach meiner Zeit in der Forschung und der Dissertation war ein Tapetenwechsel fällig. Ich war bereits in der Anwaltsstation bei Noerr, kannte also die Sozietät als Ganzes, und hatte schon Kontakt zu einem Senior Associate aus dem Digital-Business-Team. Bei den Gesprächen hat sich schnell gezeigt, dass es menschlich gut passt. Auf der fachlichen Ebene kam hinzu, dass Noerr im Bereich IT- und Datenschutzrecht eine sehr gute Reputation hat. 

Wie lief das Onboarding ab?

Zu Beginn gab es zunächst eine Vorstellungsrunde im Gebäude und allgemeine Informationen zu organisatorischen Themen. Es folgten eine Einweisung in die IT und das Akten- und Dokumentenmanagement sowie obligatorische Schulungen zu Themen wie Datenschutz und AGG. 

Besonders erwähnenswert ist das Mentorenprogramm bei Noerr. Als junger Associate habe ich anfangs einen erfahrenen Kollegen zur Seite gestellt bekommen, an den ich mich mit allgemeinen und fachlichen Fragen wenden konnte. Ich wurde dann aber auch schon relativ schnell in die Mandatsarbeit eingebunden. Insgesamt war der Start sehr angenehm. 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Morgens kontrolliere ich erst einmal meine E-Mails. Vor der Corona-Pandemie gab es danach oft Gesprächsrunden mit den Kollegen auf dem Flur, etwa bei einem gemeinsamen Kaffee. Zurzeit sind wir aber größtenteils im Homeoffice. Statt den Flurgesprächen gibt es jetzt jeden Morgen einen Videocall mit dem Team. Dort geht es dann um die Aufgaben des Tages, aber auch um allgemeine Befindlichkeiten und Dinge, die man sonst vielleicht in der gemeinsamen Kaffee- oder Mittagspause besprechen würde. Danach arbeite ich meine Aufgaben ab, verschicke E-Mails, bearbeite Dokumente oder telefoniere. 

Wie viele Stunden arbeiten Sie pro Woche? 

Momentan geht mein Arbeitstag meistens bis etwa 20 Uhr, einschließlich einer großzügigen Mittagspause. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit variiert natürlich je nach Mandat und Auslastung. Im Homeoffice fange ich schon mal früher an, weil der Weg ins Büro entfällt, aber man kann sich die Arbeit dann auch gut über den Tag einteilen.

"Im IT-Bereich ist die Zeit gut planbar"

Wie gelingt Ihnen dabei eine gute Work-Life-Balance? 

Im Bereich IT und Datenschutz sind wir etwas weniger projekt- und transaktionsgebunden als z.B. die Kollegen aus dem M&A-Bereich, die manchmal innerhalb sehr kurzer Zeit sehr viel Arbeit bewältigen müssen. Ich kann meine Zeit deshalb relativ gleichförmig planen und aufteilen – es sei denn, es gibt eine Datenschutzpanne bei einem Mandanten. Diese Planbarkeit hilft mir persönlich sehr dabei, eine gute Balance zu finden. Zudem hilft es natürlich, wenn man Familie, Freunde und Hobbys hat, die einen nach Feierabend auf andere Gedanken bringen können. Auch Sport ist sicher wichtig. 

Wie ist das Verhältnis zu den Partnern bei Noerr? 

"Den" Partner oder "die" Partnerin gibt es nicht, deshalb kommt es immer auch auf die jeweilige Person an. Man liest ja immer von "flachen Hierarchien". Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, dass klar ist, wer Partner ist. Wichtig ist mir vor allem ein respektvoller Umgang miteinander. Dazu gehört, dass man ernst genommen wird und auf Augenhöhe diskutieren kann. Bei uns im Team ist das jedenfalls der Fall. Die Tür des Partners steht immer offen – ganz im wörtlichen Sinne übrigens. 

Was wünschen Sie sich für ihre berufliche Zukunft? 

Es klingt ein wenig wie eine Floskel aus einem Sportinterview, aber tatsächlich möchte ich erst einmal ein guter Anwalt werden und Erfahrung sammeln. Konkrete Zukunftswünsche habe ich daher noch keine. Ich finde, dass die Arbeit zu den Lebensumständen passen muss, nicht umgekehrt. So, wie es kommt, wird es schon gut werden. 

Was wollten Sie als Kind werden bzw. was würden Sie heute wahrscheinlich machen, wenn Sie nicht Anwalt geworden wären?  

Als Kind wollte ich mal Fußballer oder Polizist werden. Später dann auch mal Journalist. Wenn ich nicht Jura studiert hätte, wäre es möglicherweise Psychologie geworden – das hat mich auch immer sehr interessiert. 

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung außerhalb der Juristerei? 

Ich spiele und schaue gerne Fußball. Im Sommer mache ich Wassersport wie Kajak fahren oder Stand-Up-Paddling. Außerdem spiele ich Klavier. Mein 15 Jahre jüngeres Ich würde jetzt lachen, aber mittlerweile gehe ich auch sehr gerne in der Natur wandern. 

Was ist Ihr Ratschlag an junge Menschen, die einmal Anwalt werden möchten? 

Ich denke, dass man in den Dingen besonders gut ist, für die man eine gewisse Leidenschaft hegt. Das Jurastudium ist ziemlich theorielastig und manchmal scheint es vor allem darum zu gehen, Dinge auswendig lernen und "parat" haben zu müssen – da ist es gar nicht so leicht, einen für sich passenden und interessanten Bereich zu finden. Deshalb ist es wichtig, die Möglichkeiten während des Studiums und des Referendariats zu nutzen, um möglichst viele praktische Einblicke zu bekommen. So kann man am besten Themen finden, die man auch für das Berufsleben spannend findet. Schaut auf eure Interessen und geht einen Weg, auf dem ihr euch wohlfühlt, statt das zu machen, was andere euch vorgeben. 

Außerdem sollte man sich nicht verrückt machen lassen. Es gibt neben Jura auch noch andere wichtige Dinge und die allermeisten Entscheidungen sind nicht unumkehrbar. Ein Job, der wider Erwarten dann doch nicht zur eigenen Persönlichkeit passt, kann zum Beispiel wieder gewechselt werden. 

Vielen Dank für das Gespräch.

Mehr Infos: Arbeitgeberprofil von Noerr

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