Geronimo Benedict ist Referendar bei Noerr in München. Im Interview erzählt er von seiner Leidenschaft für Kartellrecht und wie es ist, während der Anwaltsstation im Lockdown zu sein.

Herr Benedict, Sie machen ihre Anwaltsstation bei Noerr in München. Warum haben Sie sich für die Kanzlei entschieden?  

Ich habe schon im Studium meine Leidenschaft für das Kartellrecht entdeckt und wollte auch im Referendariat in diesem Rechtsgebiet arbeiten. Noerr war eine der Kanzleien in Bayern, bei der das ging. Dann waren es die Kleinigkeiten, die bei der Bewerbung den Unterschied gemacht haben. Mir war zum Beispiel wichtig, dass ich mich in dem Team, in dem ich arbeite, auch wohl fühle. Schließlich verbringt man den Großteil des Tages in der Kanzlei, da ist eine angenehme Atmosphäre wichtig. 

Natürlich kann man diese Dinge nach einem Interview nur ungefähr abschätzen. Bei Noerr war das Gespräch sehr nett und ich hatte den Eindruck, dass die Kanzlei am besten zu mir passt. Hinzu kam, dass die Rahmenbedingungen, etwa was die Arbeitszeit und Flexibilität angeht, sehr gut waren. Man ist mir bei hier gleich im Gespräch sehr entgegengekommen, was ich sehr positiv fand.

Sie haben bei Noerr im April dieses Jahres angefangen, als die Corona-Pandemie auf einem ihrer Höhepunkte war. Wie hat sich das auf ihre Station ausgewirkt? 

Die Situation war zu dem Zeitpunkt für alle neu und niemand wusste genau, wie man mit ihr umgehen soll. Noerr hat sich viel Mühe gegeben und schnell die Möglichkeit geschaffen, von zu Hause aus arbeiten zu können. Das hat auch sehr gut funktioniert. 

Es war natürlich trotzdem vieles anders. Allerdings hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, allein gelassen zu werden. Meine Betreuerin hat sich regelmäßig bei mir erkundigt, ob mich etwas stört oder welche Dinge man verbessern könnte. Jede Idee wurde gehört und ernst genommen, viele Vorschläge wurden auch umgesetzt. Unter den gegebenen Umständen lief das wirklich toll. 

"Das Team habe ich nur virtuell kennen gelernt"

Und wie sah ihr Arbeitsalltag dann aus? 

Ich habe von zu Hause aus gearbeitet. In der Früh habe ich mich an den Computer gesetzt und erst einmal Mails gecheckt und geschaut, welche Aufgaben anstehen. Im Kartellrecht ist das oft Recherchearbeit, beispielsweise zu einer Marktabgrenzung. Wegen Corona hatten wir aber auch viel zum Thema Beihilfe. Wegen des aktuellen Bezugs war das besonders spannend. Ansonsten bestand der Tag aus vielen Telefonaten und Zoom-Meetings. 

Dann lief der Kontakt zu den Partner:innen, Associates und anderen Referendar:innen nur virtuell ab? Wie hat das funktioniert?

Ja, die Anwälte in unserem Team habe ich beispielsweise nur virtuell kennen gelernt. Das hat überraschend gut funktioniert, trotz der Einschränkungen standen wir ununterbrochen in Kontakt zueinander und die Anwälte haben sich viel Zeit für mich und meine Fragen genommen. Auch meine Referendarskollegin habe ich nur virtuell kennen gelernt. Wir hatten trotzdem viel Spaß und die Arbeit und Aufgabenverteilung hat sehr gut funktioniert. Mit den Partnern in meinem Team hat der Kontakt auch super geklappt. Sie waren für mich jederzeit ansprechbar.

Was natürlich gefehlt hat, waren die persönlichen Kontakte. Eine Mittagspause mit den Kollegen und Kolleginnen wäre schön gewesen. Meinem Eindruck nach haben aber alle versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Und das hat auch geklappt. Wenn es die Umstände wieder zulassen, wollen wir den persönlichen Kontakt so gut es geht nachholen. 

Worauf haben Sie sich am meisten gefreut, wenn Sie morgens den Computer hochgefahren haben? 

Da mir das Kartellrecht viel Spaß macht und ich später auch mal in diesem Bereich arbeiten will, habe ich mich morgens immer sehr auf die neuen Themen und Aufgaben gefreut. Im Kartellrecht setzt man sich sehr detailliert mit bestimmten Branchen auseinander und lernt viele Dinge, die Außenstehenden gar nicht klar sind. Das finde ich besonders spannend. 

"Ich wurde sehr stark wertgeschätzt"

Und gab es auch Dinge, auf die sie sich morgens nicht gefreut haben? 

Da fällt mir ehrlich gesagt nichts konkretes ein. Ich bin mit der Arbeit im Homeoffice immer gut klargekommen.

Was war der schönste Moment im Referendariat? 

Ich habe mal bei meiner Betreuerin gefragt, wie eigentlich die Mandantenakquise funktioniert. Ich wurde daraufhin mit in eine Mandantenakquise eingebunden und konnte mir den Prozess genauer anschauen – das war sehr aufregend, weil man diesen Teil als Referendar normalerweise nicht sieht. Ich fand es total schön, dass ich so mitgenommen wurde und meine Ideen zu der Akquise gehört und angenommen wurden. Ich hatte das Gefühl, sehr stark wertgeschätzt zu werden. 

Welche Unterstützung erhält man als Referendar:in bei Noerr, auch im Hinblick auf das zweite Staatsexamen? 

Noerr kooperiert zum einen mit Kaiserseminare. Die Seminare sind ziemlicher Luxus und bringen einen beim Lernen wirklich voran. Die Seminare durfte ich auch schon ab dem Zeitpunkt der Bewerbung im Herbst 2019 besuchen, nicht erst zu Beginn der Station. Außerdem wurde der Hemmer-Klausurenkurs bezahlt, was auch eine tolle Unterstützung war. Die Kanzlei war sehr an Feedback und Verbesserungsvorschlägen interessiert, um sinnvolle Unterstützung bieten zu können.  

Zum Abschluss noch eine Frage zu Ihnen: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung außerhalb der Juristerei? 

Im Referendariat bleibt neben dem Lernen leider nicht allzu viel Zeit. Ab und zu gehe ich ein paar Golfbälle schlagen. Außerdem lese ich gerne, Sachbücher und Belletristik etwa und viel über das aktuelle Tagesgeschehen.

Geronimo Benedict

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