AG Leipzig

Bewäh­rungs­strafe für Jura­bücher-Dieb

von Pauline DietrichLesedauer: 2 Minuten

Dass Bücher in Jura-Bibliotheken gerne mal versteckt werden, ist unter Jurastudierenden leider nichts Neues. In Leipzig allerdings wurde 2019 sogar ein Bücherdiebstahl aufgedeckt und der Täter, ein damaliger Referendar, nun verurteilt.

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In Leipzig hatte ein Rechtsreferendar Fachliteratur aus der juristischen Bibliothek der Universität Leipzig gestohlen. Dafür wurde er nun vom Amtsgericht (AG) Leipzig wegen Diebstahls und Betrugs zu 11 Monaten Haft verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Zudem muss er 2.000 Euro an den Förderverein der Bibliothek zahlen (Urt. v. 04.06.2021, Az. 203 LS 620 JS 60600/19). Laut einem Pressesprecher des Gerichts ist die Entscheidung bereits rechtskräftig, das schriftiche Urteil liegt aber noch nicht vor.

Die Vorkommnisse spielten sich im Jahr 2019 ab, als der Angeklagte Rechtsreferendar war. Er bestätigte gegenüber LTO, 20 Bücher gestohlen zu haben, weil er diese bei Ebay habe verkaufen wollen. Sein Plan war, mit dem Geld die Schulden seines Vaters zu begleichen, was im armenischen Kulturkreis, dem der Ex-Referendar eigenen Angaben nach angehört, so üblich sei. Tatsächlich habe er aber nur ein Buch verkaufen können.

Dies und den Umstand, dass der Sachverhalt in den sozialen Medien verbreitet worden war, worunter der in der Leipziger Jura-Szene bekannte Angeklagte zu leiden hatte, hat das Gericht nach LTO-Informationen dabei strafmildernd berücksichtigt. Der Ex-Referendar empfindet das Urteil eigenen Angaben zufolge als gerecht, weshalb er es sofort angenommen habe. Die Tat selbst bereue er sehr, weshalb er auch ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich bei allen Geschädigten persönlich entschuldigt habe.

Der Mann ist mittlerweile Volljurist.

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