ClickCeaseFreiburg: unterschiedliche Noten für gleiche Hausarbeit
Fauxpas an der Universität Freiburg

Zwei unter­schied­liche Noten für die gleiche Haus­ar­beit

Lesedauer: 2 Minuten
Oskar Radhauer studiert Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg - und hat für die gleiche Hausarbeit einmal fünf und einmal neun Punkte bekommen. Wie es zu dem Vorfall kam und was der Jurastudent vom Korrektursystem hält.
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In Freiburg kam es an der juristischen Fakultät offenbar zu einem Ereignis, das die hitzige Diskussion um die juristische Korrekturpraxis erneut entfachen dürfte: Zwei Exemplare der gleichen Hausarbeit sind dort in die Korrekturphase gelangt - und prompt mit vier Punkten Unterschied benotet worden. Das berichtet das Online-Magazin fudder.de. Es handelt sich dabei um den Fall des Jurastudenten Oskar Radhauer. Weil die Arbeit wohl zu kurzfristig auf den Postweg gebracht wurde, gab er vor Ende der Abgabefrist eine zweite Kopie seiner Hausarbeit zusätzlich persönlich am Lehrstuhl ab. Das erste Exemplar kam aber doch noch rechtzeitig an und rutschte offenbar versehentlich mit in den Stapel der zu korrigierenden Hausarbeiten. Nach Angaben des Magazins lag das an der fehlerhaften Anmeldeliste des Lehrstuhls. Diese sei ohne Kontrolle an die Korrekturassistenten weitergegeben worden. Auch dass zwei identische Arbeiten abgegeben wurden, sei im Laufe der Korrekturen nicht aufgefallen. Radhauer soll nach eigenen Angaben bei Abgabe der zweiten Kopie ausdrücklich angemerkt haben, dass er womöglich ein zweites Mal auf der Teilnehmerliste auftauchen könnte.

"Möglichst viele Hausarbeiten durchbuttern"

Radhauer erklärt sich die so unterschiedlichen Bewertung damit, dass Korrektoren für gewöhnlich pro erledigter Hausarbeit bezahlt werden: "Deswegen ist da gar kein großer Anreiz sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, sondern eher, möglichst viele Hausarbeiten in einer Stunde durchzubuttern", zitiert fudder.de den Studenten. Der sagt auch: "Mein Fall steht doch für sich. Wer da noch das System als fair beurteilt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank." Wie viele Korrektoren mit den 373 Hausarbeiten des Durchgangs befasst waren, habe der Lehrstuhl nicht angeben wollen, schreibt das Online-Portal. Daniel Kachel vom zuständigen Prüfungsamt sagte diesem gegenüber: "Die Bezahlung ist nicht so gut, als dass man damit reich würde. Wenn man sich viel Mühe gibt als Korrekturassistent, verdient man natürlich weniger, je länger man braucht. Das kann dazu führen, dass die unsauber korrigieren." Radhauer hat die beiden Hausarbeiten zur erneuten Korrektur zurück an den Lehrstuhl gegeben, schlussendlich ist er mit acht Punkten für seine Arbeit bewertet worden. Damit sei er zwar zufrieden, wie er dem Magazin sagte. Allerdings mache ihn stutzig, dass "eine Sekretärin" die schlechter benotete Kopie im Nachhinein "verschlampt" hätte, so "als würde man nicht wollen, dass das noch weiter Wellen schlägt." Auch hierzu habe der Lehrstuhl keine Stellung nehmen wollen, schreibt das Magazin. acr/ms/LTO-Redaktion

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