Julia, 7. Semester

"Der Studienaufbau ist sehr gut."

LTO: Welche Vorteile bietet die juristische Fakultät der HU Berlin?

Julia: Der Studienaufbau ist sehr gut. Nach sechs Semestern ist man mit dem Grundstudium und dem Schwerpunkt fertig und kann sich dann ganz dem Repetitorium widmen. Der Vorteil daran ist, dass man Schwerpunkt und Repetitorium nicht gleichzeitig machen muss und sich so hintereinander auf die wichtigen Sachen konzentrieren kann. Auch toll ist die große Auswahl an praxisbezogenen Seminaren und Vorlesungen. Zum Beispiel gibt es in dem Schwerpunkt "Recht der internationalen Gemeinschaft und der europäischen Integration", den ich besucht hatte, zwei Studienreisen. Zum einen nach Genf und zum anderen nach Luxemburg und Brüssel. Es war wirklich schön zu sehen, dass Jura auch außerhalb der Bibliothek stattfindet und erfahrbar ist.

LTO: Was läuft nicht so gut an der Fakultät?

Julia: Viele Seminare und Vorlesungen sind sehr überfüllt. Sobald das Vorlesungsverzeichnis veröffentlicht ist, sollte man sich schon anmelden, da die Plätze sonst schnell vergriffen sind. Trotzdem kann es vorkommen, dass man in einigen Seminaren mit ca. sechzig anderen Studierenden teilnehmen muss. In den Anfängervorlesungen sitzen ca. vierhundert Studierende im Audimax. Gerade am Anfang ist der Kontakt zu den Lehrenden sehr wichtig. Allerdings kann die Überfüllung bei Studienanfängern schnell einschüchternd wirken, so dass die Hemmschwelle Fragen zu stellen, sehr hoch ist. Darüber hinaus ist die Bibliothek dem Ansturm an Studierenden nicht immer gewachsen und es empfiehlt sich bereits morgens um 9 Uhr zu kommen. In derHausarbeitenphase ist es schwierig, die benötigten Bücher zu bekommen.

LTO: Welche Vorteile bietet Berlin als Studienort?

Julia: Ein großer Vorteil ist ganz klar das Freizeitangebot. Man kann in Berlin fast alles machen. Von Sport über Theater, Clubbesuche und Konzerte. Fast jeder Weltstar kommt mal nach Berlin. Vorteilhaft sind auch die verhältnismäßig niedrigen Lebenserhaltungskosten im Vergleich zu anderen Städten. So ist es als Student immer noch möglich, relativ günstig in Berlin zu wohnen und zu leben, und man kann es sich auch leisten mit Freunden einen Cocktail trinken zu gehen.

LTO: Welche Nachteile bietet Berlin als Studienort?

Julia: Hauptnachteil ist die Weitläufigkeit. Man ist meist mindestens dreißig Minuten unterwegs und es ist nicht immer ganz einfach morgens um 8 Uhr zur Vorlesung zu kommen oder auch sich einfach mit Freunden zu verabreden, wenn man nicht gerade im Studentenwohnheim wohnt.

LTO: Würdest Du das Jura Studium einem Studienanfänger an der HU Berlin empfehlen und würdest Du dich selber nochmal dafür entscheiden?

Julia: Grundsätzlich ist Berlin als Stadt klasse und ich kann sie wirklich jedem empfehlen. Wahrscheinlich würde ich nicht noch einmal Jura studieren. Ich habe das Studium von vornherein unterschätzt. In den ersten vier Semestern muss man während der vorlesungsfreien Zeit Hausarbeiten schreiben und die Pflichtpraktika absolvieren und insgesamt erfordert es einen hohen Lernaufwand. Ich hätte mir gewünscht, dass man in der vorlesungsfreien Zeit auch wirklich frei hat. Auch fällt es mir schwer mich zum Beispiel für Fächer wie das Verwaltungsrecht zu begeistern. Andererseits war mein Schwerpunkt wirklich klasse und sehr interessant. Ich bereue meine Entscheidung jedoch nicht.

LTO: Welche Tipps und Ratschläge hast Du für Studienanfänger?

Julia: Man sollte sich zuerst einmal die Entscheidung gut überlegen. Im Studium ist es dann besonders wichtig, sich die relevanten Informationen über den Studienablauf zu besorgen. Auch hilft es den Kontakt zu den Kommilitonen zu pflegen und diese zu fragen. Gut ist es auch, die Arbeitsgruppe bei dem Dozenten zu besuchen, der die Klausur stellt. Wichtig ist es, das Lernen in den Alltag zu integrieren. Wer regelmäßig lernt,  hat am Ende ein fundiertes Wissen und weniger Stress. Besonders wichtig finde ich es sich Freiräume zu schaffen und all die Dinge zu tun, die man tun möchte. Wenn man Sport macht, sollte man Sport weiter machen. Man sollte sich eine gewisse Lockerheit bewahren und sich auch mal mit Freunden treffen und zusammen weggehen oder über das Wochenende wegfahren und sich nicht immer mit anderen Kommilitonen vergleichen. Ich kann jedem empfehlen, während seines Studiums ins Ausland zu gehen, sei es im Rahmen eines Praktikums oder eines Studiumaustauschprogrammes der Universität. Ich war im Rahmen des Erasmus- Programms in Belgien an der KU in Leuven.

 

zurück

Interview mit Christoph

Interview mit Marcel