Jurastudium an der Uni München

Kurzcheck

  • Mit über 5.000 Studierenden eine der größten Jurafakultäten
  • Gleichzeitig eine der Top-Jurafakultäten in Deutschland
  • Schwerpunktnoten liegen unter dem Bundesdurchschnitt
  • Anspruchsvolle bayerische Staatsprüfung, Durchfallquote über 30 %

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Ludwig-Maximilians-Universität München
Juristische Fakultät
Professor-Huber-Platz 2
80539 München

NC

3,0

im WS 2018/19

Fakultät in Zahlen

Studierende an der Fakultät:4.058
Hauptamtliche Professor:innen:32
Honorarprofessor:innen:28
Wiss. Mitarbeitende:171

Schwerpunktbereiche

  1. Grundlagen der Rechtswissenschaften
  2. Strafjustiz, Strafverteidigung, Prävention
  3. Wettbewerbsrecht, Geistiges Eigentum und Medienrecht
  4. Unternehmensrecht: Gesellschafts-, Kapitalmarkt- und Insolvenzrecht
  5. Unternehmensrecht: Arbeits- und Sozialrecht
  6. Unternehmensrecht: Innerstaatliches, Internationales und Europäisches Steuerrecht
  7. Internationales, Europäisches und Ausländisches Privat- und Verfahrensrecht
  8. Öffentliches Wirtschafts- und Infrastrukturrecht
  9. Europäisches und Internationales Öffentliches Recht
  10. Medizinrecht

Erste juristische Prüfung

Die juristische Prüfung in Bayern gilt im All­gemeinen als die bundes­weit schwerste. Dies mag zum einen an der Benotung, zum anderen auch an dem im Ver­gleich zu anderen Bundes­ländern umfang­reicheren Prüfungs­stoff liegen. Die Durchfall­quote liegt bei etwa 30 %. Seit Einführung der juristischen Universitäts­prüfung erreichen jedoch auch die zu Prüfenden in Bayern im Schnitt bessere Ergebnisse.

Universitätsprüfung

Teilnehmende 2017/18: 628
Notendurchschnitt: 8,95 pt. 

Quelle: Bericht des DJFT 2019

Staatl. Pflichtfachprüfung

Die Note in der staatlichen Pflichtfachprüfung in Bayern ergibt sich aus folgenden Leistungen:

Art der LeistungAnteil Gesamtnote
6 Klausuren75%
mündliche Prüfung25%

Das sagen Studierende

"Sehr angenehm ist auch, dass fast alle die gleichen Vorlesungen und Kurse besuchen und sich dadurch Freundschaften leichter knüpfen lassen. In Germanistik hatte ich dagegen den Eindruck, ich sehe niemanden ein zweites Mal."

Julia, 2. SemesterMehr lesen

"Das Angebot an Übungen und Tutorien ist vielfältig und erlaubt einem sich intensiv mit den verschiedenen Rechtsgebieten zu beschäftigen. Allerdings finde ich den Aufbau des Studiums in München unsinnig. Anders als an anderen Unis beginnt Strafrecht erst im 3. Semester - ein Rechtsgebiet, das sehr anschaulich ist und in dem man das juristische Denken und Arbeiten besonders gut lernt."

Maxi, 9. SemesterMehr lesen

"Ich hatte immer sehr gute Erfahrungen mit den Dozenten. Die Professoren genießen einen guten Ruf und die Vorlesungen waren bis auf wenige Ausnahmen sehr anschaulich. Auf der anderen Seite glaube ich, dass es immer noch Nachholbedarf bei der Examensvorbereitung gibt."

Carmen, 11. SemesterMehr lesen

Die juristische Fakultät in München

Die Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) wurde im Jahr 1472 gegründet, die juristische Fakultät war dabei eine der vier Fakultäten, die bereits bei der Gründung Teil der Universität waren. Heute lernen an der LMU über 50000 Studierende, womit die Universität in Deutschland die zweitgrößte Zahl an Studenten nach der Fernuniversität Hagen stellt. An der juristischen Fakultät sind mehr als 4.000 Studierende eingeschrieben.

Lage in der Stadt

Die LMU liegt im Herzen der Stadt am Geschwister-Scholl-Platz, der seinerseits genau an der Ludwigstraße liegt. Die juristische Fakultät ist direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite am Professor-Huber-Platz beheimatet. In unmittelbarer Nähe liegt nicht nur das Siegestor und die Leopoldstraße, sondern auch der berühmte Englische Garten. Die Anreise ist unproblematisch und schnell mit der U-Bahn möglich. Die Linien U3 und U6 verkehren im Takt von nur wenigen Minuten zur Haltestelle "Universität", die nur zwei Stationen vom Verkehrsknotenpunkt des Marienplatzes entfernt liegt. Auch einige Bushaltestellen sind mit wenigen Schritten zu Fuß erreichbar.

Seit dem Wintersemester 2013/2014 gibt es auch in München ein Semesterticket für Studierende. Verpflichtend ist dabei die Zahlung des Sockelbeitrags von 59,00 Euro pro Semester, wodurch der Studierende berechtigt ist, unter der Woche von sechs Uhr abends bis sechs Uhr morgens, sowie an den Wochenenden und Feiertagen, das MVV-Gesamtnetz zu nutzen. Gegen Zahlung von 146,50 Euro kann das Semesterticket aufgewertet werden. Dadurch entfällt die zeitliche Beschränkung.

Studienangebote

Die juristische Fakultät der LMU genießt weithin einen ausgezeichneten Ruf. Im Ranking der Wirtschaftswoche 2016 belegte die juristische Fakultät der LMU bundesweit den ersten Rang. Das Betreuungsverhältnis liegt bei etwa 1:100. Betrachtet man die sehr große Zahl an Studierenden, erscheint es nicht verwunderlich, dass viele der Veranstaltungen somit ein wenig anonym ablaufen. Jedoch gibt es auch eine Vielzahl von Veranstaltungen, bei welchen auch auf die individuellen Probleme der Studenten eingegangen wird. Begleitend zu den Grundkursen werden Arbeitsgemeinschaften angeboten, in welchen etwa 20 bis 30 Studierende unter Aufsicht eines wissenschaftlichen Mitarbeiters Falllösungen erarbeiten und Probleme genauer erörtern. Dieses Prinzip wird auch im fortgeschrittenem Verlauf des Studiums in Tutorien und Vertiefungsveranstaltungen aufrecht erhalten.

Im Rahmen des Studiums werden den Studierenden verschiedene Schlüsselqualifikationen vermittelt. Neben dem verpflichtendem Fremdsprachenkurs "American Law Terminology" gibt es ein breit gefächertes Angebot an Fremdsprachenkursen in neun Sprachen. Besonders hervorzuheben ist der integrierte Studiengang "deutsch-französisches Recht", bei dem die LMU mit der Université Panthéon-Assas in Paris kooperiert und es Studenten ermöglicht, mehrere Semester in Paris zu studieren und sich bereits im Vorfeld intensiv mit der französischen Sprache und dem französischem Recht auseinanderzusetzen.

Essentielle EDV-Kenntnisse können im Rahmen eines Kurses des Rechtsinformatikzentrums erworben werden. Außerdem werden verschiedene Kurse und Veranstaltungen angeboten, in welchen Fähigkeiten wie das Verhandlungsgeschick oder die allgemeine Rhetorik verbessert werden können.

Das Angebot an Bibliotheken ist vielfältig, 19 fachbereichsspezifische Bibliotheken sind den Studierenden an verschiedenen Standorten zugänglich, die größten Fachbereiche und damit auch die größten Bibliotheken, die des Zivilrechts, des öffentlichen Rechts und des Strafrechts sind beispielsweise direkt in der juristischen Fakultät beheimatet und sieben Tage die Woche geöffnet, unter der Woche sogar bis 23:45 Uhr (Zivilrecht und öffentliches Recht), respektive 23:30 Uhr (Strafrecht).

Examensvorbereitung

Zur Vorbereitung auf die Fortgeschrittenenübungen und das Staatsexamen wird das "Münchner Prüfungstraining" angeboten. Dieses ist in drei Module aufgeteilt, dem Professoren-Modul, dem Assistenten-Modul und dem Klausuren-Modul. So kann sich ein Examenskandidat die für ihn relevanten Vorbereitungsschwerpunkte selbst zusammenstellen und gezielt passende Veranstaltungen besuchen. Außerdem erhält man die wertvolle Möglichkeit, regelmäßig Klausuren auf Examensniveau zu schreiben. Ob ein universitäres Repetitorium ein kommerzielles Repetitorium zu ersetzen vermag, ist und bleibt eine Glaubensfrage. Es bleibt aber zu konstatieren, dass das Angebot der LMU zur Examensvorbereitung umfassend ist und den prüfungsrelevanten Stoff vollwertig abdeckt. Auf besonderen Antrag wird nach bestandenem ersten Staatsexamen der Titel des "Diplom-Jurists" verliehen.

Studentische Initiativen

In Bezug auf die studentischen Initiativen ist "ELSA München" ebenso zu nennen wie die zweimal jährlich erscheinende studentische Rechtszeitung "Rescriptum".

Studentenleben in München

München wird trotz seiner 1,4 Millionen Einwohner:innen oft mit einem Augenzwinkern als größtes Dorf der Welt bezeichnet und ein Stückchen Wahrheit steckt ja bekanntlich in jeder Aussage. Nichtsdestotrotz ist München ob der schieren Masse an Menschen natürlich nicht direkt mit  deutlich kleineren Studentenstädten zu vergleichen. Das Studentenleben spielt sich vor allem in der Gegend rund um die Universität ab. In Schwabing und der Maxvorstadt gibt es viele Bars und Cafés, in denen sich größtenteils Studenten aufhalten. Im Sommer sind der anliegende Englische Garten und die in der Nähe befindlichen Biergärten die erste Anlaufstelle. In den letzten Jahren hat jedoch auch das am anderen Ende des Stadtzentrums gelegene Glockenbachviertel als Szeneviertel an Bedeutung gewonnen. Auch wenn München sicher keine Stadt ist, die niemals schläft, dürfte als Student keine Langeweile aufkommen. Gerade am Wochenende ist ein vielfältiges und gut besuchtes Ausgehprogramm geboten.

Thomas Wolf, www.foto-tw.de, CC BY-SA 3.0 de

Wohnen in München

Die Wohnungssuche ist wahrscheinlich die größte Herausforderung für jeden Neuankömmling. Sie wird durch zwei Faktoren ganz erheblich erschwert: Einerseits ist das Mietpreisniveau Münchens deutschlandweit unerreicht hoch und andererseits ist der Ansturm auf die bayerische Landeshauptstadt ungebrochen groß. So betrug die Durchschnittsmiete in München nach dem "F+B Mietspiegelindex 2014" 10,32 Euro pro Quadratmeter und lag somit knapp 40% über dem bundesweiten Durchschnitt, die Preislage in WGs ist dementsprechend hoch. Auch die Flucht ins Münchener Umland erscheint nicht sinnvoll, auf den Plätzen zwei und drei folgten mit Dachau und Germering zwei Städte im näheren MVV-Gebiet. Für Studierende gibt es eine Vielzahl von Wohnheimen, die deutlich preisgünstiger sind, allerdings muss man mit einer Wartezeit von mehreren Semestern rechnen.

Kultur & Freizeit in München

Das Freizeitangebot in München ist vielfältig und ausgeprägt und jeder dürfte etwas nach seinem Geschmack finden. Für Kunstinteressierte sind die alte und neue Pinakothek immer einen Blick wert, für Sportbegeisterte bietet München neben dem Weltverein des FC Bayern München auch Eishockey und Basketball in der höchsten deutschen Spielklasse. Wer selbst aktiv werden möchte, kann gegen eine geringe Gebühr an den Kursen des zentralen Hochschulsports teilnehmen.

Das jährliche Highlight bleibt natürlich das Oktoberfest auf der Theresienwiese, doch auch das Tollwood, das im Sommer und im Winter mehrere Wochen lang stattfindet, oder das Frühlingsfest im April halten die Stadt auf Trab.

Selbstredend bietet Deutschlands drittgrößte Stadt von Schwimmbädern über Kinos, Museen und Restaurants auch darüber hinaus viele Beschäftigungsmöglichkeiten.

  • Quellen: Ausbildungsstatistik des BfJ, Stand: Februar 2019; DJFT 2017 /Website der Fakultät (03/2019)