Jurastudium an der Uni Münster

Kurzcheck

  • Angesehene Jurafakultät, in Rankings immer top
  • Mit rund 4.600 Studierenden eine der größten Jurafakultäten
  • Durchschnittliche Schwerpunktnoten

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Universität Münster
Juristische Fakultät
Universitätsstraße 14-16
48143 Münster

NC

1,8

im SS 2019

Fakultät in Zahlen

Studierende an der Fakultät:5.173
Hauptamtliche Professor:innen:32
Honorarprofessor:innen:25
Wiss. Mitarbeitende:132

Schwerpunktbereiche

  1. Wirtschaft und Unternehmen
  2. Arbeit und Soziales
  3. Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht
  4. Internationales Recht, Europäisches Recht, IPR
  5. Rechtsgestaltung und Streitbeilegung
  6. Öffentliches Recht
  7. Kriminalwissenschaften
  8. Steuerrecht
  9. Rechtswissenschaft in Europa

Staatl. Pflichtfachprüfung

Die Note in der staatlichen Pflichtfachprüfung in Nordrhein-Westfalen ergibt sich aus folgenden Leistungen:

Art der LeistungAnteil Gesamtnote
6 Klausuren60%
mündliche Prüfung30%
Vortrag10%

Universitätsprüfung

Teilnehmende 2017/18: 648
Notendurchschnitt: 9,36 pt. 

Quelle: Bericht des DJFT 2019

Erste juristische Prüfung

In Nordrhein-Westfalen legen jährlich knapp 3.000 Jura­studierende die erste juristische Prüfung ab. In der staat­lichen Pflicht­fach­prüfung erreichen durch­schnittlich 14 % ein Prädikats­examen.

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Das sagen Studierende

"Durch die Einführungsveranstaltungen in der "O- Woche" (Anm. d. Red.: Orientierungswoche) hat man direkt einen Überblick über das Studium und dessen Organisation bekommen."

Pia, 2. SemesterMehr lesen

"Ein großer Vorteil ist auf jeden Fall die Bibliothek. Das merke ich jetzt bei der zweiten Hausarbeit. Außerdem ist das Angebot an Schwerpunktbereichen vielfältig und deckt jedes Interessengebiet ab."

Dennis, 4. SemesterMehr lesen

"Ich finde die Arbeitsgemeinschaften sehr hilfreich. Hier lernt man das juristische Handwerkszeug in einem persönlicheren Rahmen kennen."

Johanna, 8. SemesterMehr lesen

Die juristische Fakultät in Münster

Münster ist das bildhafte Beispiel einer Studentenstadt: Beschaulich, jung und kreativ. Die westfälische Metropole verleiht Erstsemestern schnell ein neues Heimatgefühl und wird auch für ältere Semester nicht langweilig. Die Universität besitzt zudem einen hervorragenden Ruf und landet regelmäßig im CHE- Ranking auf den vorderen Plätzen. Nicht zuletzt deswegen sind an der Westfälischen Wilhelms- Universität (WWU) momentan über 40.000 Studierende eingeschrieben. Auf diese Zahl kommen nur gut 290.000 Einwohner:innen - kein Wunder also, dass die Stadt verhältnismäßig jung und lebendig bleibt.

Rahmenbedingungen

An der rechtswissenschaftlichen Fakultät treffen auf 32 ordentliche Professor:innen rund 5.200 Studierende. Damit ist die Fakultät eine der größten in ganz Deutschland. So starten jedes Semester rund 400 - 500 Studierende ins erste Semester, wovon allerdings nur ein Bruchteil bis zum Examen dabei bleibt. Zu den Lehrenden besteht somit kein wirklich persönliches Verhältnis, jedoch gibt es in alphabethischer Zuordnung Betreuungsprofessoren, die den Studierenden bei Problemen rund um das Jurastudium weiterhelfen. Gerade aufgrund ihrer Größe ist die Fakultät aber im Gegenzug auch in der Lage, den Studierenden ein großes Lehrangebot zu unterbreiten. In den ersten Semestern bis zur Zwischenprüfung werden neben den Vorlesungen zusätzlich Arbeitsgemeinschaften angeboten.

Lage in der Stadt 

Die WWU ist mit ihren 15 Fachbereichen über die ganze Stadt verteilt. So ist es nicht selten, dass Studierende zwischen zwei Vorlesungen von einem bis zum anderen Ende der Stadt fahren müssen.

Die Jurist:innen haben es mit der Lage ihrer Fakultät aber ganz gut getroffen. Das Juridicum befindet sich direkt in der Innenstadt, nah zum Domplatz gelegen. Sie teilen sich das Gebäude mit den Wirtschaftswissenschaftlern und liegen direkt angrenzend zur Landesbibliothek, was sich zu Examenszeiten besonders bezahlt macht. Die Anreise gestaltet sich infolgedessen als unkompliziert. Davon abgesehen, dass ein Münsteraner Student ohnehin eigentlich nur mit seinem Fahrrad unterwegs ist, könnte man alternativ dazu auch auf den Busverkehr zurückgreifen. Doch auch wenn es in Münster einmal regnet, was nicht allzu selten vorkommt ("Entweder es regnet oder es läuten die Glocken"), sollte man auf den Busverkehr nach Möglichkeit verzichten, denn mit einer guten Regenbekleidung ist man mit dem Rad immer noch schneller unterwegs.

Studienangebote

Vor einigen Semestern wurde zudem eine Klausurwerkstatt ins Leben gerufen. Hier helfen Mitarbeitende den Studierenden, die Probleme bei der Klausurbearbeitung haben und trotz profundem Wissen verhältnismäßig schlecht abschneiden. Die Vielfältigkeit des Lehrangebots zeigt sich vor allem in den Schwerpunktbereichen: Neun Vertiefungsmöglichkeiten werden den Studierenden hier angeboten. Damit liegt die WWU im nationalen Vergleich ganz vorne. Von Kriminologie bis zum Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht kann man sich vertiefend in diese Rechtsgebiete einarbeiten.

Geht es schließlich auf die Examensvorbereitung zu, ist man an der WWU ebenfalls gut aufgehoben. Nicht zuletzt aufgrund der gut ausgestatteten Rechtswissenschaftlichen Seminare, durch die man auch Zugriff auf die klassischen juristischen Datenbanken hat, kann man sich hier optimal vorbereiten und bei Bedarf bis Mitternacht durchlernen. Hervorzuheben ist zudem definitiv das Examensrepetitorium, das die WWU in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt und fortlaufend weiterentwickelt hat.Neben täglichen Lehrveranstaltungen, werden unter Aufsicht geführte Klausurenkurse und monatlich Simulationen der mündlichen Examensprüfung angeboten. Zusätzlich punktet das umfangreiche Lernangebot mittels der e- Learning Plattform "Unirep- Online". Auf dieser digitalen Plattform sind die Vorlesungsskripte, Lernkontrollen, ein Rechtsprechungsregister und Zeitschriftenauswertungen rund um die Uhr abrufbar. Daneben gibt es für Examenskandidaten, die bereits einmal die juristische Prüfung nicht bestanden haben, das Angebot einer Repetenten- AG, in denen zum Beispiel Methodik- Fehler in der Klausurbearbeitung besprochen werden. Studierende, die schließlich erfolgreich die erste juristische Prüfung abgelegt haben, können sich an der WWU neben dem Examenszeugnis auch auf einen zusätzlichen Diplom- Titel freuen.

Weitere Studienangebote

Internationalität wird an der Fakultät groß geschrieben. So gibt es viele Kooperationen mit ausländischen Universitäten, die den Studierenden die Möglichkeit bieten, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Innerhalb der EU besteht mit dem ERASMUS+ Programm eine geförderte Austauschmöglichkeit, die Münsteraner Juristen sogar bis auf die Französischen Antillen bringen kann. Daneben hat die Fakultät über die Jahre weitere Kooperationen aufgebaut, die unter anderem Studienaufenthalte in Tokyo, Brasilien oder Kolumbien ermöglichen. Außerdem kann man sich an der WWU für den Zusatzstudiengang der Fachspezifischen Fremdsprachenausbildung ("FFA") einschreiben. Dieser wird in Englisch, Französisch und Spanisch angeboten, und ist auf vier Semester ausgelegt.

Neben dem klassischen Jura-Studium gibt es in Münster auch die Möglichkeit Studiengänge mit stark rechtswissenschaftlichen Bezug aufzunehmen. So werden hier die Bachelorstudiengänge "Politik und Recht" sowie "Wirtschaft und Recht" angeboten. Daneben gibt es zahlreiche Postgraduierten- Studiengänge, wie zum Beispiel den Master-of-Laws (LL.M.), für deutsche und internationale Studierende.

Studentische Initiativen

An der WWU gibt es ein Gros an studentischen Initiativen politischer und sozialer Art. Von der RCDS bis zu den Kritischen Juristen und von Amnesty International bis zu Greenpeace: Fast jede Organisation ist mit einer Hochschulgruppe in Münster stationiert. An der rechtswissenschaftlichen Fakultät ist zudem eine Gruppe von ELSA organisiert, die regelmäßig Veranstaltungen mit Auslandsbezug oder zur späteren Berufswahl anbietet.

Die Fakultät gibt zudem im Quartals- Rhythmus die eigene juristische Fachzeitschrift "Ad Legendum" heraus. Die Zeitschrift wird von einer Redaktion, bestehend aus Münsteraner Jurastudierenden und einem Herausgeberbeirat konzipiert und so von der Ideensammlung bis zum Druck begleitet. Zudem stellt die Fakultät mit der "JurStart" jedes Jahr über Pfingsten eine Karrieremesse auf die Beine, auf der Großkanzleien ebenso vertreten sind wie das Land NRW. Hier können Studierende, Alumni und Referendar:innen Bewerbungsgespräche führen oder sich einfach nur über spätere Berufsmöglichkeiten informieren und vor allem Kontakte knüpfen. Daneben gibt es für den Münsteraner Jurastudierenden im Sommer noch einen weiteren wichtigen Termin: Das "JuWi- Fest". Dann verwandeln sich die Grünflächen rund um das Juridicum in ein Festivalgelände und zu national bekannten Kunstschaffenden wie zum Beispiel Revolverheld, Mia oder Madsen wird gerockt. 

Studentenleben in Münster

Studierende prägen auch Münsters Kultur- und Partyszene. Dementsprechend ist das Publikum in den meisten Bars und Clubs studentisch, die Getränkepreise mit zahlreichen "Happy Hour"- Angeboten moderat und die Musik vielfältig. Bereits in der legendären Orientierungswoche ("O-Woche") werden Erstsemester an die Kneipen- und Clubkultur Münsters herangeführt. In der Altstadt gibt es mehrere Studentenkneipen wie sie im Buche stehen. Für die spätere Abendgestaltung bietet Münster alternative Tanzlokale, wo Indie- und Rockmusik gespielt wird, aber auch Clubs, wo urbane Elektroklänge das Partyvolk zum Tanzen bewegt. Münster erfreut sich zudem an einer kreativen und stetig wachsenden Kulturszene. Rund um den Hafen und den Haverkamp hat sich über die Jahre eine junge Kunst- und Musikszene etabliert. Hier findet jährlich auch das "Docklands Festival" statt, das Freunde der elektronischen Musik aus ganz Deutschland begeistert. Filmliebhabern sei das Programmkino "Cinema" ans Herz gelegt, das erfrischende Abwechslung zu amerikanischen Blockbustern bietet.

Prinzipalmarkt By Dietmar Rabich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wohnen in Münster

Wer studieren will, braucht auch eine Bleibe. Jedoch gestaltet sich die Wohnungssuche zu Semesterbeginn oftmals als schwierig. Wer kein Glück hatte, im Vorfeld einen Wohnheimplatz zu ergattern, muss bei der Suche etwas Zeit einplanen. Auch ist es nicht selten, dass man bei der lang ersehnten Wohnungsbesichtigung mit 50 Leuten auf dem Flur steht. Mit ein bisschen Geduld wird aber jeder irgendwann fündig. Besonders beliebt sind unter den Studierenden neben der Innenstadt das Kreuzviertel und das Südviertel. Hier locken Altbauten mit hohen Stuckdecken. Die Mieten sind in den vergangenen Jahren konstant gestiegen, aber bundesweit immer noch vergleichsweise moderat. Für ein WG- Zimmer in guter Lage zahlt man je nach Größe um die 300 bis 350 Euro. Für ein Appartement muss man um die 400 Euro aufwärts einplanen. Darunter wird es mittlerweile schwierig auf dem freien Wohnungsmarkt etwas zu finden.

Kultur & Freizeit in Münster

Im Sommer profitieren die Studenten von der profanen Ländlichkeit der Stadt, denn Münster ist mit unzähligen Grünflächen verwöhnt. So sieht man an lauen Sommerabenden Studenten mit dem Grill auf dem Gepäckträger und einem Sack Kohle in der Hand Richtung Aasee, Promenade oder dem Dortmund-Ems-Kanal radeln, um die festivalgleiche Stimmung an diesen Plätzen zu genießen. Gerade die beschriebene grüne Vielfalt begeistert auch tagsüber die Freunde sportlicher Betätigung. Wer lieber gemeinsam als alleine Sport treibt, ist bei dem Hochschulsport der WWU richtig aufgehoben: Über 100 Sportarten sind hier jedes Semester im Angebot. Vom Segelfliegen bis zum Trampolinspringen ist hier alles dabei. Und wem das alles zu langweilig wird, der fährt mit dem NRW- Semesterticket, das in dem Studienbeitrag von 282,41 Euro (Sommersemster 2018) inbegriffen ist, über die Grenzen Münsters hinaus, schnuppert anderweitig Großstadtluft und freut sich dann wieder auf den Ort mit dem Titel der "lebenswertesten Stadt der Welt".

  • Bildnachweise: Universität / Schloss und  Prinzipalmarkt by Dietmar Rabich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Imagevideo Uni Münster: WWU Münster / inemo
  • Quellen: Ausbildungsstatistik des BfJ, Stand: Februar 2019; Website der Fakultät (03/2019)